Geschichten aus dem Leben eines Wanderschäfers und Spannendes rund um die moderne Schäferei gab es bei der Literarischen Muttertagswanderung im Warndt zu erleben. Nach einem Empfang mit Biosekt und Ziegenprodukten starteten die etwa 20 Wanderer bei herrlichem Sonnenschein vom Birkenhof mit dem Wanderführer Harald Schambil und seinem Hund Emma durch eine blühende Wiesenlandschaft.
Über Hohlwege ging es anschließend durch den Wald. Abwechselnd passierten die Wanderer Frankreich und Deutschland. Der Grenzübertritt ist heute kaum noch sichtbar. Nur ein paar Grenzsteine weisen darauf hin, in welchem Gebiet man sich gerade befindet. Lange Zeit waren die Grenzsteine mit einem „F“ für Frankreich und einem „P“ für Preußen versehen und erst in jüngster Zeit wurde ein „D“ für Deutschland nachgearbeitet. Die Streckenführung der Muttertagswanderung hatte Harald Schambild kurzfristig dem Weideverhalten der Schafe angepasst, denn die etwa 470 Tiere umfassende Schafherde hatte die Weiden entlang der St. Nikolausschleife bereits einige Tage vor der Wanderung abgegrast.
Schäfer Sommer führte die Schafherde kurz vor der Wanderung über die Triebwege nach Emmersweiler. Schon von weitem waren die hellen Töne eines Jagdhorns zu hören als die Wanderer die Anhöhe der Schafweide in Emmersweiler erklommen. Die Töne stammten vom Jagdhorn des Wanderschäfers Staap, der mit seiner Frau und einer Magd vor einem Schäferwagen sein Lager aufgeschlagen hatte. Mit alten Schäferliedern, Geschichten aus dem Leben eines Wanderschäfers und jeder Menge Schäferlatein zog er die Wanderer in seinen Bann und versetzte sie gefühlt in eine andere Zeit. Er erzählte abenteuerliche Geschichten von Schäfern, die bei ihrem Gutsherrn zu ihrem Vorteil Schafe unterschlugen und erklärte wo die Sprichwörter wie „den Bock zum Gärtner machen“ herkommen. Den „alten Schäfer“ und seine Begleiterinnen trafen die Wanderer an anderer Stelle der Wanderung noch einmal.