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Flechtenstudie zur Luftqualität im Warndt: Flechtenspezialist stellt Projekt vor Flechten werden seit langem als so genannte Bioindikatoren eingesetzt, sie reagieren sehr sensibel auf Luft- und Klimaveränderungen. Das heißt: Ist die Luft sauber, gibt es viele Flechten, vor allem empfindliche Arten. Vor genau 150 Jahren entdeckte ein britischer Wissenschaftler in London den Zusammenhang zwischen Luftverunreinigung und Rückgang der Flechten. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Chemieplattform in Carling und deren Auswirkungen auf die Umwelt erstellt derzeit der renommierte Flechtenspezialist Dr. Volker John im Auftrag des Umweltministeriums eine Flechtenstudie im Warndt.

Die Kartierung der Flechtenvegetation soll Aufschlüsse über die Luftqualität im deutsch-französischen Grenzraum geben. Rund 200 Bäume im gesamten Warndt nimmt Dr. John unter die Lupe, untersucht ihre Besiedlung mit Flechten. Nach der Arbeit im Gelände, die bis Anfang Juni angeschlossen sein soll, werden die Daten analysiert. Mit Ergebnissen ist Ende Juli zu rechnen. Die Erhebungsmethode richtet sich nach anerkannten europäischen Standards. Da bereits aus 2009 Daten einer französischen Flechtenstudie vorliegen, erhofft man sich neben einer Bewertung der aktuellen Situation auch Aussagen zur Entwicklung der Flechtenvegetation und damit der Luftqualität in den letzten Jahren.

„Wir wollen mit dieser zielgerichteten Untersuchung der Flechten dazu beitragen, Klarheit über die aktuelle Situation zu erhalten. Denn wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst“, betonte Umweltminister Reinhold Jost, der sich am Montag über den Fortgang des Projektes „Flechtenstudie“ informierte und dem Experten bei der Arbeit über die Schulter schaute. Jost: „Die Flechtenstudie ist ein Baustein von mehreren, um mögliche Belastungen durch die Chemieplattform Carling zu identifizieren. Neben einem mittlerweile intensiveren Informationsaustausch der deutschen und französischen Behörden, den wir angestoßen haben, führt die Saarbrücker Firma 3S GmbH in unserem Auftrag noch bis zum Sommer Geruchsmessungen mit neuartigen Microsensoren durch. Darüber hinaus wollen wir im Kontakt mit dem Gesundheitsministerium und der Stiftung Bergmannshilfswerk Luisenthal das Auftreten von Atemwegserkrankungen im Warndt untersuchen.“

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