
Firma Total baut neue Anlage in Carling – Minister Jost informiert Kommunen über Umstrukturierungen und Genehmigungsverfahren Auf der Chemieplattform im französischen Carling stehen umfangreiche Umstrukturierungen durch die Firma Total an. Zu Ablauf und Inhalt der dazu bevorstehenden öffentlichen Anhörung (Enquête publique) und den Beteiligungsmöglichkeiten am Genehmigungsverfahren informierte das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz am Dienstag die Kommunen im Warndt. Die Enquête publique wird vom 29. Juni bis zum 29. Juli 2015 durchgeführt. Umweltminister Reinhold Jost fordert alle betroffenen Kommunen, aber auch die interessierten Bürger dazu auf, das Anhörungsverfahren zu nutzen, um sich über die Planungen zu informieren und Stellung zu nehmen. „Die Bürgerinnen und Bürger haben hier Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen, anstatt sich durch Schreckensszenarien, die von interessierter Seite schon mal vorsorglich gemalt werden, ängstigen zu lassen.
Um die Informationsbeschaffung zu erleichtern, haben wir bereits für die Übersetzung wichtiger Unterlagen gesorgt. Und wir haben die Originalunterlagen, die uns die Präfektur zur Verfügung gestellt hat, der Stadt Völklingen zur Offenlegung übermittelt“, führte der Minister aus. Darüber hinaus seien die Dokumente auch auf dem Themenportal „Immissionsschutz“ des Umweltministeriums eingestellt. Jost: „Natürlich werden auch unsere Fachbehörden die Genehmigungsunterlagen auf die zu erwartenden Auswirkungen für das Saarland intensiv prüfen. Unsere Stellungnahme werden wir den Gemeinden zur Verfügung stellen.“ Der Minister sieht diese Bemühungen seines Hauses als Teil der im vergangenen Jahr eingeleiteten Kommunikationsstrategie: „Wir haben ja allen durch Carling betroffenen Kommunen zugesagt, sie bei Fragen zur Chemieplattform und in der Kommunikation mit den französischen Behörden eng einzubinden.“
So wurden die kommunalen Vertreter regelmäßig zu Informationsrunden eingeladen, um die Sitzungen der französischen Kommission zur Überprüfung der Chemieplattform Carling, kurz CSS, vor- und nachzubereiten. Ebenso werden für die Übersetzung schriftlicher Unterlagen gesorgt. „Wir sollten möglichst gemeinsam für unsere saarländischen Interessen eintreten. Dafür ist es wichtig, dass alle Kommunen gut informiert sind über das, was auf der Chemieplattform passiert“, so Jost. Die Firma Total hat bei der Präfektur die Genehmigung des Betriebs einer Fertigungsstätte für C4-Harze auf der Chemieplattform St. Avold / Carling beantragt. Das Vorhaben wurde bereits beim Besuch des Ministers auf der Plattform vom Unternehmen vorgestellt. Es steht im Zusammenhang mit den umfangreichen Umstrukturierungsplänen durch die Fa. Total auf der Chemieplattform.
Neben der neuen Anlage zur Produktion der C4-Harze stehen dabei die Stilllegung des Steam-Crackers, eine neue Fertigungsanlage für Polypropylen-Componenten (PPC) und die Erhöhung der Polystyrolproduktion im Mittelpunkt der Maßnahmen. Die Stilllegung des Steam-Crackers ist für Herbst 2015 angekündigt und für die PPC-Fertigungsanlage ist mit einem gesonderten Genehmigungsverfahren gegen Ende 2015 zu rechnen. Insgesamt sind die Emissionen des Industriekomplexes in Carling nach der Stilllegung der Kokerei und des ersten Steam-Crackers sowie des Betriebsendes für die alten Kohlekraftwerksblöcke in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Durch die geplanten Änderungen wird diese positive Entwicklung fortgesetzt. Um weitere Aufschlüsse über die Luftqualität im Warndt zu erhalten, hat das Umweltministerium zusätzliche Messkampagnen initiiert und eine Flechtenstudie in Auftrag gegeben. Mit einem weiteren Projekt sollen Hinweise über die Geruchsbelästigungen erhalten werden. Ergebnisse zu diesen Studien werden in Kürze vorliegen. @Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!