Den Teilnehmern des Geruchsmeldenetzwerkes, den Vertretern der Warndt-Gemeinden, der Bürgerinitiative Saubere Luft und der interessierten Öffentlichkeit sind in Großrosseln die Ergebnisse des Forschungsprojektes Geruchbelastung Warndt vorgestellt worden.
Ziel des vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz beauftragten Projektes war die Untersuchung, ob unangenehme Gerüche anhand von Gassensoren objektiv erkannt werden können. Unverzichtbarer Bestandteil des Projekts ist die Erfassung von Geruchsmeldungen der Teilnehmer eines so genannten Geruchsmeldenetzwerkes aus den verschiedenen Ortschaften des Warndt.
Gassensoren sind an insgesamt sechs Stellen installiert (Lauterbach, Dorf im Warndt, Karlsbrunn, Emmersweiler, Differten, Überherrn-Wohnstadt). Die Ergebnisse der dreimonatigen Mess- und Meldeperiode wurden durch den Auftragnehmer, Thorsten Conrad von der Fa. 3S GmbH, vorgestellt. Minister Reinhold Jost würdigte die Kooperation und Mitarbeit aller Beteiligter. „Mein besonderer Dank geht an die Bürgerinnen und Bürger des Geruchsmeldenetzwerkes, die mit großem Engagement regelmäßig und über den gesamten Zeitraum ihre Meldungen eingetragen haben.“
Die Ergebnisse des Projektes haben nur selten flächendeckende, starke Geruchsereignisse im Warndt aufgezeigt. Deshalb war ein verlässliches „Anlernen“ der Gassensoren auf bestimmte Geruchssituationen nicht möglich. Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz will das Forschungsvorhaben jedoch noch für drei Monate verlängern, um die erzielten Ergebnisse abzusichern und insbesondere um die Messdaten eines zusätzlichen Gasmesssensors in der Nähe der Chemieplattform in L’Hopital mit einzubeziehen. Leider sind während der abgelaufenen Messphase mehr als die Hälfte der Teilnehmer des Geruchsnetzwerkes abgesprungen. Umweltminister Jost: „Für eine Verlängerung des Projektes ist es aber unabdingbare Voraussetzung, dass sich wieder mehr Teilnehmer an dem Geruchsnetzwerk beteiligen, als es zuletzt der Fall war.“ Nach Abschluss der Verlängerungsphase soll ein Abschlussbericht zu den erzielten Ergebnissen präsentiert werden.
Bürgerinnen und Bürger des Warndt, die sich an dem Geruchsmessnetz beteiligen wollen, können sich beim Auftragnehmer 3S GmbH telefonisch (0681-95 82 86 30) oder per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) informieren oder direkt anmelden.
Bei der Ergebnispräsentation wies der Umweltminister erneut darauf hin, dass das Ministerium seine Messreihen zu Luftschadstoffen im Warndt fortführen wird. Darüber hinaus werde man zwei Studien in Auftrag geben: Auswertungen von statistischen Daten zu Erkrankungshäufigkeiten durch die Kassenärztliche Vereinigung zeigen kein erhöhtes Auftreten von Atemwegserkrankungen im Warndt im Vergleich zum übrigen Saarland. Jost will nun im Kontakt mit dem Gesundheitsministerium und der Stiftung Bergmannshilfswerk Luisenthal prüfen, ob dieser Fragestellung noch vertieft nachgegangen werden kann.
Der Minister kündigte außerdem an, eine Kartierung der Flechtenvegetation im Warndt zur Bewertung der Luftqualität zu veranlassen. Da bereits aus 2009 Daten einer französischen Flechtenstudie vorliegen, erhofft man sich neben einer Bewertung der aktuellen Situation auch Aussagen zur Entwicklung der Flechtenvegetation und damit der Luftqualität in den letzten Jahren.
Hintergrund:
Geruchswahrnehmungen durch den Menschen haben eine stark subjektive und individuelle Komponente. Nicht jeder empfindet einen bestimmten Geruch als unangenehm oder verbindet mit dem Geruch etwas Negatives. Außerdem sind die Empfindlichkeiten für Gerüche sehr verschieden. Dies macht es u. a. schwierig zu beurteilen, wann Gerüche etwa durch industrielle oder gewerbliche Aktivitäten als erheblich belästigend einzustufen sind. Technisch versucht man deshalb die stofflichen Grundlagen für Gerüche mit Geräten zu erfassen und diese mit Geruchseindrücken von Probanden abzugleichen, um so die Gerätschaften auf bestimmte Geruchsereignisse anzulernen. Im Warndt lagen in den vergangenen Monaten wiederholt Geruchsbeschwerden vor, die letztlich nicht eindeutig einer Quelle zugeordnet werden konnten. In Abstimmung mit der BI Saubere Luft und den Warndt-Gemeinden wurde vom Ministerium für Umwelt und Verbrauchschutz deshalb ein Projekt beauftragt, das den Einsatz von Gasmesssensoren bei der Geruchsüberwachung erforschen sollte.@ Umwelt.Saarland