In unserer schnelllebigen Zeit und des rasanten technischen Fortschritts wird oftmals altes, bewährtes und vor allen Dingen vorhandenes vergessen und/oder auch anderen Zwecken zugeführt. Die vorhandene Bahnstruktur! Das Saarland und insbesondere der Warndt, unsere Heimat, war lange Zeit ein Zankapfel zwischen den heutigen Freunden Frankreich und Deutschland. Die Bahnstrecke war ein wichtiger Teil unseres Lebens nach dem Krieg und könnte wieder zu einer wichtigen Lebensader werden. Eine grenzüberschreitende Bahnverbindung von Großrosseln über Forbach nach Saarbrücken würde der deutsch-französischen Freundschaft sehr gut tun und entspricht genau dem Eckpunktepapier der Frankreich-Strategie für das Saarland, der Ministerpräsidentin bzw. der Landesregierung! (aus Januar 2014). Auszug Seite 9: „…..Nicht nur das Land, sondern auch die Kommunen und Verkehrsunternehmen wie die Deutsche Bahn und die Saarbahn können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten…..“. Wir, vom Verein Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn (IG WRB), sind d a g e g e n, dass die vorhandene Bahnstruktur – ein Allgemeingut - aus kurzsichtigen Gründen und Überlegungen e n t w i d m e t und anderen privaten Zwecken zugeführt wird. Da es sich bei der Verfolgung unseres Ziels um eine sehr ernsthafte Angelegenheit handelt – es vor allen Dingen um Vorteile für die Kommune und die Region mit ihren Bürgern geht - ist es für uns sehr wichtig zu wissen, ob wir mit einem befürwortenden Partner „Gemeinde Großrosseln“ rechnen können!?
Wie Sie in dem nachfolgenden – relativ umfangreichen - Teil unseres Schreibens ersehen können, haben wir uns auch Gedanken gemacht, wie ein künftiger grenzüberschreitender, schienengebundener Personennahverkehr mit unseren lothringischen Freunden in Form eines Ringverkehrs aussehen könnte. Eine Studie über drei verschiedenen Streckenführungen ( T 1, T 2, T 3 ), wurde von uns konzipiert. Eine wichtige Angelegenheit bedarf einer ausführlichen Erläuterung bzw. Argumentation. Die folgende Ausführung unseres Briefes ist daher zwingend etwas umfangreicher ausgefallen. Bitte berücksichtigen Sie bei Ihrer Beurteilung die Vorteile einer Bahnstruktur im Rahmen eines grenzüber-schreitenden Ringverkehrs – um nur einmal zwei Gesichtspunkte zu erwähnen; -das enorme Verkehrsaufkommen bei der Durchfahrt von Geislautern (L 165 – Ludweiler-Straße), von täglich 20 – 30000 Pkw’s, könnte dauerhaft erheblich reduziert werden. -durch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit – von Planung bis zur Umsetzung -, könnten Sondermittel der Europäischen Union (EU), Berlin, und Paris die Finanzierung erträglich gestaltet werden. Wir erinnern hier an den Plan des Bürgermeisters von Morsbach und ehem. Eurodistrikt-Präsident Monsieur Gilbert Schuh, – „Tram-Train – Saarbahn bis Forbach“ -. (SZ vom 11. März 2013). Im Anhang finden sie auch weitere Vorteile aus unserer Konzeption - Grenzüberschreitender Personennahverkehr aufgelistet. „Pos. 6. „Positive Wirkungen eines Stadtbahnangebotes“. Im Internet einsehbar unter: http:/gspnvwiki.infowiss.net/Datei: GSPNV_Warndt.docx Aus der auf der ersten Seite erwähnten „Frankreichstrategie der Saarländischen Regierung“ möchten wir weiter zitieren: Auszug Seite 14: „………1.) Binnen-Strategie: „Das große Kultur- und Freizeitangebot trägt zu hoher Lebensqualität bei……..“ . Durch diesen Bahnverkehr könnten die Zeugnisse der Industriekultur, das Weltkulturerbe Völklinger Hütte über das Erlebnisbergwerk Velsen mit seinem Dampffördermaschinenhaus und mit dem Carreau Wendel in Petite Rosselle vernetzt werden. Auszug Seite 16: B) Schaffung besserer Rahmenbedingungen für französische und deutsche-französische Institutionen und Unternehmen: „Ziel ist es, weiter französische, deutsch-französische und europäische Institutionen und Unternehmen im Saarland anzusiedeln. Aufgabe der Landesregierung ist es nicht nur, die hierfür bestehende Infrastruktur zu stärker zu nutzen, sondern auch eine Plattform zur Vernetzung untereinander zu bilden“.
An dieser Stelle dürfen wir darauf hinweisen, dass die Warndt-Kommunen Großrosseln mit Petite Rosselle schon seit 1966, also 49 Jahre, Emmersweiler mit Morsbach schon seit 1993, also 17 Jahre und Naßweiler mit Rossbruck seit 1985, also schon 30 Jahre sowie Völklingen mit Forbach schon eine sehr lange Jumelage/Partnerschaften und somit deutsch-französische bzw. europäische(s) Zusammenarbeit bzw. Zusammenleben praktizieren – ganz nach den Vorstellungen der Frankreich-Strategie unserer Landesregierung! Integriertes Verkehrskonzept eines Grenzüberschreitenden Schienenpersonennahverkehrs (GSPNV) der Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn (IG WRB) e.V. Die IGWRB e.V. wurde 2006 gegründet und ihr Ziel ist die Erhaltung und Reaktivierung der Bahnlinie von Fürstenhausen über Großrosseln zur ehemaligen Grube Warndt. Sie erarbeitet ein Integriertes Verkehrskonzept für einen grenzüberschreitenden Schienenpersonenverkehr in Form eines Ringverkehrs. Bestimmte Bahnhöfe werden mit Zubringerbussen an Orte ohne Bahnanschluss angebunden. Mit einer Verknüpfung der bestehenden Bahnlinien beiderseits der Grenze, d.h. die Bahnstrecke der HBL von Cocheren nach Petite Rosselle und der Bahnstrecke von Großrosseln zur ehemaligen Grube Warndt, kann ein Ringverkehr nach Saarbrücken geschaffen werden. Das vorgestellte Konzept der IGWRB entstand parallel zu den Planungen des Euro Distrikts für eine Anbindung von Forbach an Saarbrücken mittels TramTrain und zu den Vorschlägen des V C D zu einem Ringverkehr. Unser Konzept stellt eine Ergänzung der französischen Pläne dar. Die Tram-Train Linie nach Forbach lässt sich einfach zu einem Ringverkehr durch den Warndt nach Saarbrücken erweitern. Von den Plänen des V C D hebt sich unser Konzept dadurch ab, dass wir eine Anbindung der Stadt Völklingen an die Rosseltalbahn vorschlagen. Durch diese Anbindung werden die gesamten Verkehrsströme aus dem Warndt erfasst, die nach Völklingen und Saarbrücken ausgerichtet sind. Sehr vielen Autofahrern aus dem Warndt mit dem Ziel Völklingen oder Saarbrücken wird dadurch eine alternative und kostengünstige Möglichkeit geboten, ihre Ziele in den beiden Städten zu erreichen.
Linienkonzepte der IGWRB: Auf Basis der vorhandenen Gleistrassen beiderseits der Grenze bieten sich die folgenden Varianten der Streckenführungen an: - T1: Saarbrücken Hbf – Calypso – Stiring Wendel – Forbach – Cocheren – Marienau – Petite Rosselle (Musée La Mine) - Petite Rosselle (Espace ) – Petite Rosselle (Museée La Mine) - Emmersweiler – Grube Warndt – Emmersweiler – Großrosseln Apfeltal – Bahnhof Großrosseln - Velsen – Geislautern Hammergraben – Bahnhof Geislautern - Wehrden (P+R) – Völklingen Bahnhof – Luisenthal – Burbach – Saarbrücken Hbf. - T2: Wehrden (P+R Platz am ehemaligen Kraftwerk Wehrden mit Anschluss an die A 620) – Fürstenhausen – Stangenmühle - Gersweiler – Messegelände – Calypso – Ludwigstrasse – Trierer Straße - Saargalerie – Stadtbahnlinie durch Saarbrücken bis Brebach - T3: Alternative Linienführung der T1 ohne Einbeziehung von Emmersweiler und Grube Warndt sowie Petite Rosselle, d.h. die Bahn führt von Cocheren über das Streckennetz der früheren HBL entlang Emmersweiler, überquert dabei die Rossel und mündet etwa in Höhe Apfeltal auf die bestehende Bahnstrecke nach Geislautern. Zur Realisierung von T1 und T2 muss eine Brücke über das Rosseltal zwischen Petite Rosselle und Emmersweiler gebaut werden sowie Verbindungskurven im Haller und nach dem ehemaligen Bahnhof Wehrden zur bestehenden Eisenbahnbrücke nach Völklingen. P + R Platz in Wehrden Lage - an der Bahnlinie Fürstenhausen – Überherrn - Gelände des ehemaliges Kraftwerkes Wehrden - Nähe des ehemaligen Bahnhofs Wehrden Vorteile - unmittelbar an der A 620 gelegen - unmittelbar neben einer Bahnlinie - von der bestehenden Autobahnabfahrt ohne Ortsdurchfahrt erreichbar - Problemlose und schnelle Zu- und Abfahrt - ergäbe einen der besten P+R Plätze des Landes - liegt optimal zur Entlastung Saarbrückens vom motorisierten Individualverkehr Busse als Zubringer zu den Bahnhöfen Großrosseln und zur Tagesanlage Warndt in Karlsbrunn Der Bahnhof Großrosseln wird mit einer Buslinie durch die Karlsbrunnerstrasse über Dorf im Warndt mit dem Haltepunkt Grube Warndt verbunden und bietet einen Anschluss in beide Richtungen bei jeder Zugankunft. Eine zweite Buslinie verbindet den Haltepunkt Grube Warndt mit Karlsbrunn, St. Nikolaus, Nassweiler und Cocheren, wo ebenfalls ein Umstieg auf die T1 nach Saarbrücken erfolgen kann. Die Buslinien sollen im gleichen Takt wie die Züge verkehren.
Nach unseren Vorstellungen bietet es sich an, in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Nachmittag ein Halbstundentakt für Zug und Bus anzubieten, in den übrigen Verkehrszeiten einen Stundentakt. Verkehrszeiten Die Linien T1 sollte sich an den Abfahrt- und Ankunftszeiten der Fernzüge im Hauptbahnhof Saarbrücken richten. Im Wesentlichen fahren derzeit morgens 3 Züge in Richtung Mannheim mit Anschlüssen zu weiteren Zielen. Diese Züge sollten unbedingt mit der T1 erreicht werden können und damit ist auch schon bestimmt, dass der erste Zug nach Saarbrücken ab Grube Warndt bereits um 4:37 abfahren müsste, damit der Fernzug um 5:33 ab Saarbrücken erreicht werden kann. Der letzte IC nach Mannheim fährt in Saarbrücken um 6:43 Uhr ab. Grundsätzlich wird auch an den Wochenenden eine stündliche Bedienung zwischen 6:00 und 24:00 Uhr angestrebt. Nicht zuletzt der Tagestourismus lebt von verlässlichen Taktverkehrszeiten und einem ausreichenden Bedienungskomfort.
Die Realisierung des Gesamt-Konzeptes bringt - eine optimale grenzüberschreitende Vernetzung des Warndt für Schienengebundenen Personen Nah-Verkehr (SPNV) und ggf. Güterverkehr - eine erhebliche Entlastung des Straßenverkehrs durch eine entsprechende Wahl von Haltepunkten mit P & R-Angeboten (insbesondere bei A 620) - den Erhalt und den Ausbau der Attraktivität des gesamten Warndt als Wohn- und Erholungsgebiet. Nachgewiesen wurde auch im Saarland, z.B. in Kleinblittersdorf, eine erhebliche Steigerung der Immobilien- preise um ca. 15%. Dies bedeutet eine Bevölkerungszunahme, welche für den Warndt sehr erwünscht wäre. - Die lokale grenzüberschreitende Vernetzung sowohl allgemein im sozialen Bereich als auch im Tourismus-bereich wird deutlich gestärkt. - Bei einer entsprechenden Realisierung des SPNV ergeben sich Einsparungen im straßengebundenen ÖPNV bei Anbindung der Buslinien als Zubringer für den SPNV. Finanzierung Der Warndt – zwischenzeitlich ein „hässliches Entchen“ ist vernachlässigt worden. Nachdem Krieg war das Gebiet für Frankreich und Deutschland – wegen der vorhandenen Schwerindustrie – sehr interessant. Mit Beginn der „Nachkohle-Zeit“ ist es von den damals und heutigen Verantwortlichen der Bedeutungslosigkeit zugeführt worden. Heute können wir nur noch mit einem ruiniertem Jagdschloss (-chen) und viel Wald aufwarten. Eine Müllverwertungsanlage zur Abfallentsorgung für die Ballungsräume in Deutschland und Frankreich sowie Benelux hat man uns freundlicherweise auf die Saarbrücker, Völklinger und Großrosseler Grenze „als Tor zum Warndt“ gebaut! Gelder für die Nachkohlezeit aus Bundes- und Europamittel sind anderen Zwecken zugeführt worden. Allein die Tourismusförderung ist in andere saarländischen Kreise geflossen. Auch hier hatte der Warndt das Nachsehen! Aus diesem Grund sind wir der Ansicht, die Finanzierung aus Sondermitteln der EU (da grenzüberschreitend – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), aus Mitteln des Bundes und dem Bundesland Saarland sowie Paris erfolgen soll!