
Ludweiler ist nach der Stadtmitte der zweitgrößte Stadtteil von Völklingen und zählt etwa 6.000 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010). Erst mit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 wurde die bislang selbständige Warndtgemeinde in die Mittelstadt Völklingen eingegliedert. Der Ort liegt im äußersten Südwesten des Saarlandes nahe der Grenze zu Frankreich/Lothringen. Ludweiler liegt in einem Waldgebiet, dem sogenannten Warndt. Zahlreiche archäologische Funde belegen eine Besiedlung in vor- und frühgeschichtlicher Zeit, darunter das älteste Zeugnis für die Anwesenheit des vorgeschichtlichen Menschen im Saarland: der bekannte „Ludweiler Faustkeil“, ein etwa 200.000 - 300.000 Jahre altes Steinwerkzeug.
Geschichte
Am 8. Juni 1604 unterzeichnete Graf Ludwig II. von Nassau-Saarbrücken die Gründungsurkunde des Dorfes Ludwigsweiler. Darin erlaubt er zwölf Hugenotten, die wegen ihres calvinistischen Glaubens vor dem französischen König flüchten mussten, an der „Rixfurth im Warneth“ ein Dorf zu gründen. Der Vorgang ist insofern bemerkenswert, als die Grafen von Nassau-Saarbrücken im Jahre 1575 die Reformation nach Lutherischem Bekenntnis eingeführt hatten und nach den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens (1555) die Calvinisten nicht geduldet waren. Dennoch erhielten die Hugenotten in Ludweiler das Recht, eine eigene Pfarrei zu errichten. Zunächst war die Gottesdienstsprache französisch, erst im Laufe des 18. Jahrhunderts setzte sich deutsch als Sprache durch. Die reformierte Gemeinde von Ludweiler bildete mit der später errichteten reformierten Hofgemeinde in Saarbrücken eine eigene Klasse in der lutherischen Landeskirche. Dieser Zustand endete erst 1817 mit der sog. Saarbrücker Union. Die hugenottischen Einwanderer brachten das Glasbläserhandwerk mit und führten die Glasindustrie an der Saar ein. Nach einigen Jahrzehnten verkürzte sich der Name Ludwigsweiler in Ludweiler. Wahrzeichen des Ortes ist die 1785 erbaute Hugenottenkirche am Marktplatz. Das alte Gemeindewappen von Ludweiler zeigt ein goldenes Hugenottenkreuz und im Herzschild den Löwen der Grafen von Saarbrücken. Die erste Katholische Kirche wurde erst 1930 erbaut.
Bergbau
Ludweiler ist eine alte Bergbaugemeinde. Bedingt durch den boomenden Bergbau im 19. und 20. Jahrhundert sind viele Menschen zugewandert, um hier Arbeit und Brot zu finden. Einige Bergmannssiedlungen entstanden. Viele örtliche Betriebe konnten vom nahen Bergbau profitieren.
Bedingt durch den Kohlebergbau kam es unter Teilen der Ortschaft (wie auch in anderen Gegenden des Warndts) zu Erdsenkungen. Hauptgrund dieser Erdbewegungen ist die nicht vorhandene bzw. mangelhafte Verfüllung der stillgelegten Abbaustollen. Durch diese sporadisch auftretenden Absenkungen gerieten mitunter ganze Häuserzeilen in Schieflage und wurden mit der Zeit unbewohnbar. Verantwortliches Bergbauunternehmen ist die DSK (Deutsche Steinkohle AG). Am 25. April 2005 wurde die Förderung im Bergwerk Warndt eingestellt.
Klima
Der Jahresniederschlag beträgt 871 mm und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. 75 Prozent zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,3mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 4 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.
Sonstiges
Ein bekannter Bewohner Ludweilers ist der Speerwerfer Boris Henry.
Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder wirkten
- Reinhold Wirtz (1842–1898) war ein deutscher Architekt, Kommunalkreis- und Diözesanbaumeister des Bistums Trier nach dessen Plänen in den Jahren 1898 bis 1899 die Katholische Kapelle St. Wendalinus an der Lauterbacher Straße 150 errichtet wurde.
Quelle: Wikipedia